Die ersten Schritte
des Nordic Walkings haben Sie in unserer letzen Folge
bereits kennen gelernt. Nun sind Sie wahrscheinlich voller Tatendrang und
wollen
schnellstens einen Schnupperkurs in Ihrer Umgebung besuchen. Um einen
möglichst großen Spaßfaktor zu gewährleisten, ist
es jedoch wichtig, wie bei vielen
anderen Sportarten auch, sich im Vorfeld über die Ausrüstung Gedanken
zu machen -
bei Nordic Walking handelt es sich ja bekanntlich um eine Ganzjahressportart
und auch für trübe Regentage sollten Sie bestens gerüstet
sein.
DER
STOCK ALS SPORTGERÄT
Der Nordic-Walking-Stock ist unbestritten das wichtigste Utensil zur
Durchführung der "sanften" Sportart. Wenn auch böse
Zungen behaupten ein Stock beim
Gehen zu benutzen diene den meisten ausschließlich als Gehhilfe -
lassen Sie sich
nicht verunsichern - der Nordic-Walking-Stock ist ein ultimatives Sportgerät.
Mit ihm wird, bei korrektem Einsatz, eine Entlastung der unteren Extremitäten
und
der Wirbelsäule erreicht sowie gleichzeitig die Oberkörpermuskulatur
gekräftigt. Dabei werden spezielle Anforderungen an den Nordic Walking-Stock
gestellt,
sodass z.B. ein alternativer Einsatz eines Langlauf- oder Alpinstockes vom
Nordic Walking Verband INWA (International Nordic Walking Association) abgelehnt
wird. Der Stock selbst besteht meist aus einer Fiberglass-Carbon-Mischung.
Einerseits wird damit eine ausreichende Stabilität gewährleistet,
andererseits erhält
das Sportgerät ein geringes Gewicht. Besonders im Hinblick auf eine
mögliche
Überbelastung der Hand- Ellenbogen- und Schultergelenke ist von der
Benutzung eines Stockes aus anderen Sportarten abzuraten. Eine weitere Besonderheit
des Nordic-Walking Stockes zeigt sich am speziellen Schlaufensystem, das
eine
optimale Verteilung in der Abruckphase ermöglicht. Prinzipiell ist
dieses
System mit dem eines Langlaufstockes zu vergleichen. Dieser hat nur einen
entscheidenden Nachteil für den alternativen Nordic-Walking-Einsatz
- er
ist schlichtweg zu lang. Dritter und letzter wichtiger Punkt ist die
Stockspitze. Hierbei zeigen sich zwei Einsatzgebiete - auf Asphalt oder
auf
unbefestigten Wegen. Für Waldwege z.B. benutzt man den Stock in der
Grundform, mit einer Stahlspitze am Ende, für Asphalt setzt man dann
ein speziell dafür
konzipierten Gummi-Pad auf, um einen optimalen Grip zu ermöglichen.
Kleiner Tipp:
Besuchen Sie vor dem Kauf von Stöcken einen Schnupperkurs. Oftmals
werden die kosten
des Kurses bei anschließendem Kauf von Nordic-Walking-Stöcken
verrechnet!
DER RICHTIGE SCHUH ZUM RICHTIGEN TYP
Auf im Fachhandel angebotene Nordic-Walking-Schuhe müssen wir uns noch
etwas gedulden. Bis dahin müssen wir uns mit dem zufrieden geben, was
es auf dem Markt der Sport- und Trekkingschuhe gibt - aber das ist mehr
als ausreichend. Grundsätzlich sollte man beim Kauf eines Sportschuhes
auf ein gutes Profil, eine optimale Führung und Grundstabilität
sowie auf eine ausreichende Fersendämpfung achten. Bei der Wahl des
Schuhes kommt es aber hauptsächlich auf Ihren Typ und das Einsatzgebiet
an. Sind Sie eher der sportive Typ und wagen Sie es auch mal abseits über
Stock und Stein zu mar-schieren, bietet sich vor allen Dingen der Einsatz
sogenannter Trailrunning-Schuhe an, die funktionell alles bieten, was Laufschuhe
mitbringen müssen, aber zusätzlich optimalen Grip
bei weichem Untergrund bieten. Die zweite Variante bietet sich dem "Sportiven"
mit einem leichten Trekking-Schuh, der zusätzliche Stabilität
der Sprunggelenke
vermittelt. Wenn Sie sich eher im Wellness-Bereich ansiedeln, würde
der Einsatz
modischer Schuhe in Frage kommen. Hierbei sollten Sie aber wegen der vergrößerten
Schrittlänge in der Nordic-Walking-Technik auf die Abrollspezifik der
Schuhmodelle im Fersenbereich achten.
SCHLECHTES WETTER GIBT ES NICHT...
Wie schon erwähnt handelt es sich um eine Ganzjahressportart. Daher
sollten Sie Ihre Kleidung den entsprechenden Jahreszeiten und Wetterbedingungen
anpassen. Mittlerweile gibt es von verschiedenen Herstellern entsprechende
Nordic-Walking-Linien. Ob sportiv oder doch eher modisch, auch hier ist
für jeden Typ etwas dabei. Bei Kauf der Sportbekleidung sind jedoch
vorrangig drei
Dinge von herausragender Bedeutung: Atmungsaktivität, Windstopper und
Regenschutz bei schlechtem Wetter. Dabei kann der Läufer natürlich
auch auf seine im
Schrank befindlichen Sachen wie Langlaufjacke, Tights und leichte Regenjacke
zurückgreifen. Für viele Sporteinsteiger und ältere Menschen
bieten
sich auch etwas weiter geschnittene Modelle an, die jedoch der
beschriebenen Funktionsweisen optimaler Sportbekleidung in nichts nachsteht.
ACCESSOIRES FÜR GRÖSSTMÖGLICHEN NORDIC-WALKING- SPASS
Was fehlt Ihnen nun noch zum perfekten Glück? Zur Belastungssteuerung
ist
der Einsatz eines Herzfrequenzmessers unverzichtbar. Eine Einführung
über die
Notwendigkeit entsprechender Geräte werden Sie in den einzelnen
Ausbildungs-stufen des Nordic-Walking-Verbandes erhalten. Natürlich
braucht der "Nordic Walker" im Winter eine Kopfbedeckung und Handschuhe.
Im Winter
kann natürlich auch Ihr herkömmlicher Langlaufhandschuh zum Einsatz
kommen.
Verschiedene Hersteller bieten jedoch schon Nordic-Walking-Handschuhe an,
die auch im Sommer getragen werden können. Mit Sportsocken und den
Bedingungen
angepasster Funktionsunterwäsche müssten Sie eigentlich bestens
ausgerüstet sein, um das Erlebnis "Nordic Walking" in Angriff
nehmen zu können. Wir wollen an dieser Stelle jedoch nicht das Thema
"Ernährung" außer Acht lassen. Beim
Nordic Walking werden Sie oftmals mehrere Stunden unterwegs sein. Spätestens
nach
45 Minuten sollten Sie an Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme denken.
Riegel,
Gels und vorbereitete Sportgetränke füllen Ihre Energiespeicher
schnell wieder
auf und beugen einer Unterzuckerung vor. Die von Herstellern angebotenen
Sportrucksäcke und Trinksysteme stellen hierbei die beste Transportmöglichkeit
dar.
Sicherlich ist eine Entscheidung über den Kauf der Aus-rüstungsgegenstände
gut zu
überdenken. Nutzen Sie Ihren Fachhändler vor Ort und lassen Sie
sich
beraten, was für Sie wirklich notwendig ist, dann kann dem perfekten
Nordic-Walking-Spaß nichts mehr im Wege stehen.
RUNNING wollte mehr wissen über die seit neuestem sehr beliebte
Allround-Sportart Nordic Walking, die so vielseitig ist. Deshalb besuchte
RUNNING-Mitarbeiterin Irina Strohecker die in Finnland ausgebildete Master-Trainerin
Anke Faller in Kirchzarten, um die Faszination dieser Sportart besser zu
verstehen.
Frau Faller, woher kommt Nordic Walking eigentlich, wie wurde diese
Sportart kreiert und wie hat sie sich zu dem entwickelt, was sie jetzt ist?
Die Idee wurde Mitte der 90er Jahre in Finnland geboren durch die
intensive Zusammenarbeit von Profi-Langläufern mit der Sportindustrie
und den
Verbänden. Seit langer Zeit überlegten Profi-Skilangläufer,
wie sie sich bloß über
das Sommerloch hinwegretten sollten. Deshalb ist das ursprüngliche
Nordic
Walking sehr sportiv, denn es ist eine Abteilung des federnden Skiganges
der
Langläufer. Über den federnden Skigang hat es sich dann weiterentwickelt
zu dem, was
es jetzt ist: eine Allround-Sportart, die jeder - ob sportlich, weniger
sport-ambitioniert oder Wiedereinsteiger - betreiben kann. Es stammt also
nicht, wie manche irrtümlich glauben, vom klassischen Walking ab. An
der Technik mit den
Stöcken und dem langen Schritt ist auf den ersten Blick zu erkennen,
dass Nordic
Walking vom Langlauf kommt.
Was ist Ihrer Meinung nach das Besondere an Nordic Walking
Anke Faller, Nordic-Walking-Master-Trainerin, lebt mit ihrem Mann und
ihrem Sohn in Kirchzarten und gibt dort Nordic-Walking-Schnupperkurse,
Fortgeschrittenenkurse und Aus-bildungsseminare zum Nordic-Walking -
Instruktor. Es ist ein sanftes und gelenkschonendes Ganzkörpertraining,
denn es werden
90% der gesamten Körpermuskulatur beantsprucht. Je nach Lust und Laune
und
körperlicher Konstitution kann das sportliche Niveau gut variiert werden:
Nordic Walking kann anstrengend sein oder locker wie ein Spaziergang. Es
ist außerdem ein ideales Training für Problemzonen, die sowohl
Frauen als auch
Männer haben wie z.B. Bauch, Beine, Rücken und Po. Nordic Walking
ist eine sanfte
Variante des Ausdauersports, bei der genau wie beim Jogging vor allem
Herz-Kreislauf-Funktionen angeregt werden. Zudem wird durch Nordic Walking
die Koordination stark geschult, denn der Bewegungsablauf ist nicht so
einfach, wie er auf den ersten Blick aussieht - das weiß jeder, der
es schon einmal
probiert hat. Diese Sportart hat eine Technik und die sollte man verstanden
haben
bevor es losgeht. So wird bei dem Einsteiger am Anfang auch der Kopf ein
bisschen
mittrainiert. Doch erfahrungsgemäß erlernen die Kursteilnehmer
den
Bewegungsablauf sehr schnell.
Außerdem ist noch die Kräftigung hervorzuheben: Durch den kraftvollen
Einsatz des Stockes und die Kräftigungsübungen, die zwischendurch
gemacht werden, wird
die Bauchmuskulatur sowie die gesamte Muskulatur im Oberkörperbereich
gekräftigt. Aufgrund des langen, flotten Schrittes verstärkt sich
nach kürzester Zeit
die Beinmuskulatur.
Nicht umsonst wird Nordic Walking in der Schweiz als Gesundheitsmaßnahme
bei übergewichtigen Patienten, die häufig an Gelenkproblemen leiden,
vom Arzt
verschrieben. In Östereich soll Nordic Walking an Schulen eventuell
als
neue Sportart eingeführt werden, um übergewichtige oder koordinationsgestörte
Kinder zu therapieren. Diese vielseitige Sportart schult das Körpergefühl!
Wie lange geht eine Nordic-Walking-Einheit bei Ihnen?
Selbstverständlich sollten Anfänger erst einmal langsam losgehen
und keine
Riesenumfänge zurücklegen. Je nach körperlicher Konstitution
kann jedoch
auch der Anfänger mit Stretching am Anfang und Übungen zwischendurch
locker 75
Minuten einrechnen. Ich walke mit meinen Gruppen meistens 60 Minuten am
Stück,
denn es sollte nicht vergessen werden, dass es sich hierbei um eine
Ausdauersportart handelt, in der Muskelaufbau und Fettverbrennung erst über
eine längere
Zeitdauer hinweg einsetzten. Aber Nordic-Walking kann je nach Leistungsgrad
sehr
einfach und entspannend sein. Ich denke mir immer: Jeder kann eine Stunde
spazieren gehen; Nordic Walking ist nicht viel anstrengender, sofern man
kein zu
schnelles Tempo oder eine Starke Steigung wählt. Am Berg ist es gelenkschonender
als
Wandern und auch als das klassische Walken ohne Stöcke, denn durch
die
Stöcke wird beim Nordic Walking bergab das Körpergewicht aufgefangen
- die
Gelenke werden somit geschont.
Was ist für den Einsteiger, der schon lange keinen Sport mehr gemacht
hat,
wichtig?
Jeder, der nach einer langen Pause wieder mit dem Sport beginnt, sollte
sich erst einmal vom Arzt durchchecken lassen. Das gilt vor allem für
diejenigen,
die zum ersten Mal Sport betreiben. Denn man sollte auf jeden Fall einige
wichtige
Informationen über den eigenen Körper haben. Für mich als
Master-Trainerin
ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, in welchem Puls ein Einsteiger ohne
Probleme trainieren kann. A uf diese Weise ist es möglich, die Teilnehmer
in
verschiedene Leistungsgruppen einzuteilen. Zudem gibt die Pulsuhr, mit der
in meinen
Kursen jeder ausgestattet wird, eine sichere Kontrolle. Leider ist der Trainer
meist kein Arzt, deshalb sollte vor allem bei Atemwegserkrankungen, muskulären
Problemen, bei Gelenkschäden sowie anderen Gesundheitsschäden
unbedingt
ein ärztlicher Befund vorliegen, damit der Trainer auf die individuellen
Bedürfnisse der Teilnehmer eingehen kann.
Ist Nordic-Walking eine Individual- oder eine Gruppensportart?
Nordic Walking ist keine Individualsportart. Natürlich kann man auch
alleine losgehen aber der Spaß am Ganzen entsteht in der Gruppe. Mein
Konzept der
Kurse mit Gruppenübungen und gemeinsamen Stretching, Walking etc. ist
auf
Gemeinschaft ausgelegt. Im Mittelpunkt stehen bei mir vor allem vier Dinge:
Bewe-gung,
Gemeinschaft, Natur und natürlich eine Menge Spaß! Ein großer
Fehler ist
es, sich die Technik selbst beizubringen. Das geht in der Regel schief.
Nordic
Walking wird am schnellsten in der Gruppe - geleitet von geschulten Trainern
-
erlernt. Denn wenn die falsche Technik angewandt wird, ist diese Sportart
nicht so
effektiv wie sie sein sollte!
Was ist die größte Veränderung am Körper, die einsetzt,
wenn man mit
Nordic-Walking anfängt?
Bei übergewichtigen Personen, die meine Kurse besuchten, setzte meist
nach
kurzer Zeit eine starke Gewichtsreduktion ein, Ich habe viele Frauen erlebt,
die
verzweifelt eine Diät nach der anderen machten und auch Schreibtischtäter,
die mit ihrem Bürosessel verwachsen waren und unter Bewegungsmangel
litten.
Sie alle waren erstaunt über ihre Erfolge, die sie mit Hilfe von Nordic
Walking
erreicht haben. Denn dies ist eine Ausdauersportart, die auch ohne roten
Kopf und
Atemnöte ausgeübt werden kann. Viele meiner Teilnehmer sind außer
Übung: Sie
möchten nicht joggen oder mountainbiken. Sie brauchen eine sanfte Sportart,
um wieder
zum Sport zu finden. Haben Sie dies geschafft, so können sie auch wieder
mal eine
Runde joggen.
Durch regelmäßiges Nordic-Walking strafft sich mit der Zeit die
komplette
Körpermuskulatur, der aktive Einsatz der Atemhilfsmuskulatur und die
Sauerstoffversorgung verbessert sich und die Fettverbrennung wird stark
aktiviert. Meine Teilnehmer haben das am eigenen Körper erlebt, denn
die
Pulsuhren besitzen in der Regel auch die Funktion, den Kalorienverbrauch
anzuzeigen. Und ich habe schon Leute erlebt, die eine Kalorienzahl
verbrannten, die sie bei ihrer körperlichen Konsitution mit keiner
anderen Sportart
erreicht hätten. So ein Erfolgserlebnis motiviert natürlich enorm.
Allerdings muss
dazu gesagt werden, dass sich zuerst einmal die Muskeln aufbauen und die
wiegen
ja bekanntlich mehr als Fett. Also reagiert der Körper meist erst nach
ein
paar Wochen mit einer starken Gewichtsreduktion, aber dann purzeln die Kilos
nur so!
Was sollen die Teilnehmer bei Ihnen lernen? Was genau möchten sie ihnen
mit auf den Weg geben?
Am meisten Freude macht es mir zu sehen, wie Menschen, die sich schon
lange nicht mehr bewegt haben, wieder zum Sport finden. Und wie sie nach
einer
gewissen Zeit langsam wieder ein natürliches Verhältnis zu ihrem
Körper und damit auch
zum Essen aufbauen. Das dauert natürlich - keine Frage. Nordic Walking
ist
meiner Ansicht nach die ideale Sportart, Menschen den Wohlfühleffekt,
d.h. sich
in seinem eigenen Körper wohl zu fühlen, zu geben.
Leute dazu motivieren, bewusst zu leben, das macht mir Spass an meinem
Job. Das ist sehr dankbar, weil ich sehe, wie Menschen sich freuen indem
sie Freude
finden an etwas, das so natürlich ist und gesünder als jede Diät:
Bewegung. Um
den Wohlfühleffekt zu unterstreichen und sich ein bisschen zu belohnen,
verbinde ich manchmal meine Kurse mit netten Aufenthalten in der Sauna,
mit Massagen
und anderen schönen Wellness-Aktivitäten.
Hatten Sie immer positive Resonanz auf das, was Sie machen?
Von denen, mit denen ich es mache, also von meinen Kursteilnehmern: ja.
Aber jeder Anfang ist schwer: Ich selber habe mit Nordic Walking angefangen,
da
ich beim Jogging am Berg immer einen unangenehm hohen Puls hatte. Mit Nordic
Walking komme ich jeden Berg hoch - ohne mich zu quälen. Da ich gerne
Langlauf
betreibe, habe ich die Technik sehr schnell erlernt. Ich war so begeistert
von
dieser neuen Sportart, dass ich jeden davon überzeugen wollte. Aber
die Reaktionen
waren noch vor kurzer Zeit, als Nordic Walking noch nicht so gut in Deutschland
etabliert war, sehr spöttisch. Viele meiner Freunde, die meisten leistungsmäßige
Sportler, lachten nicht selten über meine neue Leidenschaft. Doch mein
Motto war
immer: Ich muss sie nur an die Stöcke kriegen, dann werden sie schon
sehen. Die
meisten habe ich an die Stöcke gekriegt und ihnen gezeigt, dass Nordic
Walking auch
anstrengend und vor allem die Sprünge und Steigungen schweißtreibend
sein
können. Die meisten habe ich überzeugt.
Auch wenn das Angebot an Nordic Walking Stöcken recht übersichtlich
ist,
gibt es ein paar Dinge, die Sie beim Kauf wissen sollten. Im Gegensatz zu
Metallstöcken überträgt ein Stock aus Carbon und Glasfaser
keine Schwingungen auf Hand-,
Ellbogen- und Schultergelenke. Er ist vibrationsarm und nimmt Schläge
des
Untergrunds wirkungsvoll auf, ohne sie an den Körper weiter zu geben.
Darüber hinaus haben Stöcke aus Carbonfaser ein geringeres Gewicht
und eine
deutlich höhere Stabilität als Aluminiumstöcke.
Speziellen Handschlaufensysteme sind so konstruiert, dass die Hand während
des Trainings immer in der richtigen Position bleibt und der Stock leicht
mit
Daumen und Zeigefinger festgehalten werden kann. Durch die ergonomischen
Handschlaufen verliert man den Stock auch dann nicht, wenn man ihn in der
hinteren
Armposition loslässt. Bei guten Stöcken kann übrigens das
Handschlaufensystem bei
Bedarf problemlos ausgetauscht werden.
SPITZE DIE SPITZE
Einfache Stöcke haben eine Aluminiumspitze, die sich schnell abnutzen
-
höherwertige Stockspitzen aus gehärtetem Stahl sind dagegen extrem
widerstandsfähig und langlebig. Bei teuren Stöcken mit langer
Lebensdauer
sollten sie dennoch nach intensivem Gebrauch austauschbar sein. Die Metallspitze
sollte leicht abgeschrägt sein, damit sie beim Abstoß verbesserten
Halt gibt. Für
das Gehen auf Asphalt gibt es einen rutschfesten Kunststoffaufsatz. Dieser
Auf
satz dämpft beim Nordic Walking auf hartem Untergrund den Aufprall
und
verbessert den Grip. Ferner schützt er vor dem auf Dauer etwas lästigen
Geräusch des
rhythmischen Aufpralls auf Asphalt. Bei der Auswahl der Stöcke sollten
Sie unbedingt auf die richtige Länge achten.
Als Anhaltspunkt dient die Faustformel "Körpergröße,
multipliziert mit dem
Faktor 0,7'. Für Anfänger und weniger ambitionierte Walker sind
jedoch kürzere
Stöcke besser geeignet. Eine Alternative zu feststehenden Nordic Walking
Stöcken
sind auch Teleskopstöcke. Diese bestehen aus zwei oder drei Stäben,
die
ineinander geschoben werden können und mittels Spreizdübeln fixiert
werden.
Vorteilhaft ist der geringe Platzbedarf beim Transport und die Möglichkeit,
die Stöcke an
jede Körperlänge anzupassen. Wird der Verstellmechanismus richtig
fixiert,
besteht bei hochwertigen Stöcken auch keine Gefahr, dass der Stock
unbeabsichtigt
zusammenrutscht. Nachteilhaft wirkt sich allerdings das geringfügig
höhere
Gewicht und ein leicht vibrierendes Verhalten aus. Außerdem ist bei
regelmäßigem Gebrauch die Haltbarkeit des Verstellmechanismus
begrenzt -ein
feststehender Stock aus einem Guss hält ein Leben lang.
Fazit: Um sicher über Stock und Stein zu kommen sollte man sich von
Anfang
an für einen qualitativ hochwertigen Stock mit einem Schaft aus Carbon
und einer
Stahlspitze entscheiden. Ob man sich für einen Nordic Walking
Teleskopstock oder einen Stock mit festem Schaft entscheidet, hängt
von dem individuellen
Einsatzbereich ab.
-------------------- MIT AUSBILDUNG ZUM ERFOLG -----------------
Will man die Vorteile von Nordic Walking wirklich nutzen, so ist es
erforderlich es auch richtig durchzuführen. Der Bewegungsablauf, die
Intensität, das
Material, die Technik, all das muss zusammenpassen.
Nordic Walking ist ebenso wenig eine Weiterentwicklung von Walking wie es
eine Modifikation von Skilanglauf ist. Es enthält Elemente aus beiden
Sportarten und dies richtig zu kombinieren bedarf einiger Übung. Am
besten kann man das
üben in einem Kurs der von einem speziell ausgebildeten Übungsleiter
geleitet
wird. Hier wird dann auf die Bedürfnisse der Teilnehmer ausgerichtet
in kleinen
Gruppen (max 10 Leute) das richtige Warmmachen unter Benutzung der Nordic
Walking
Stöcke, die Technik in einzelnen Stufen (verteilt auf den Kurs) und
Nordic Walking
Praxis, sowie zum Schluss das Abwärmen trainiert. Nur unter fachkundiger
Anleitung
können die versprochenen Erfolge erreicht werden: Gewichtsabnahme,
Verbesserung
der Kondition und Ausdauerleistung.
Wie kann nun ein Übungsleiter das Fachwissen erreichen? Der Deutsche
Nordic Walking Verband bietet über seine sogenannten Mastertrainer
eine
Ausbildung zum Basic lnstructor (INWA zertifiziert) an. Die 2 tätige
Ausbildung,
Voraussetzung dazu ist eine Übungsleiterlizenz oder eine Ausbildung
in einem
therapeutischen Beruf mit Ausdauersport-Erfahrung, deckt die folgenden Themen
ab:
. Vortrag ,,Das ist Nordic Walking"
. Nordic Walking Grundtechnikschulung
. Ermittlung des persönlichen Walking Stils
. Fitnesstest mit individuellem Trainingsplan
. Stretching, Kräftigung und Mobilisation
. Grundlagen des herzfrequenzkontrollierten Trainings
. Herzfrequenzkontrolliertes Walkingtraining
. Methodik und Trainingsprinzipien Nordic Walking
. Gewichtsreduktion mit Nordic Walking
. Ausrüstungsberatung
. Lehrauftritt Nordic Walking
. Marketing und Organisation einer Nordic Walking Gruppe
. Videoanalyse
. Coaching
. Zertifizierung nach INWA
Diese Ausbildung ist Teil eines Gesamtkonzeptes, das aus nachfolgender
Abbildung hervorgeht. Ab Frühjahr 2003 werden auch Weiterbildungen
für Basic
Instructoren angeboten z.B.: Nordic Blading, Einsatz von Nordic Walking
im
Leistungssport, Herzfrequenzmessung. Auch Ausbildungen in Finnland und der
Schweiz werden angeboten. Alle Ausbildungen unterliegen einer Qualitätskontrolle
und
werden mit den Spezialisten in Finnland abgestimmt.
Der Deutsche Nordic Walking Verband hat sich zum Ziel gesetzt die
Bewegungsformen Nordic Walking und Nordic Blading, aber auch artverwandte
Bewegungsformen (Schneeschuhwandern, Hill Walking, Winter Walking, etc.)
zu fördern und zu unterstützen.
Dies geschieht hauptsächlich durch das Angebot von qualitätsgesicherten
hochwertigen Ausbildungen (Ausbildung von Instructoren und Durchführung
von Kursen). Der Deutsche Nordic Walking Verband und die INWA wurden im
Sommer
2000 als Vereine gegründet und der deutsche Verband beim Amtsgericht
Rosenheim
als Verein eingetragen. Der Internationale Verband hat seinen Sitz in
Helsinki/Finnland.Der deutsche Verband ist Mitglied dieses Internationalen
Verbandes (INWA - International Nordic Walking Association). Der Verband
wird von einem dreiköpfigen Vorstand geführt, verschiedenen Referate
decken die
unterschiedlichen Einsatzgebiete von Nordic Walking ab: Tourismus,
Fachhandel, Fitnessbereich, Gesundheit (mit Reha). Daneben gilt das Hauptaugenmerk
der
Ausbildung. In den letzten beiden Jahren wurden etwa 1500 Basic
Instructoren ausgebildet, die ein Netz in Deutschland bilden, die Ausbildung
dieser
Basic Instructoren ist durch 12 Mastertrainer erfolgt, die zum größten
Teil im
Mutterland des Nordic Walkens in Finnland ausgebildet wurden. Überhaupt
ist die Zusammenarbeit mit dem finnischen Verband, der stark in die finnische
Breitensportbewegung eingebunden ist und von mehreren Universitäten
unterstützt wird, ein wichtiger Teil der Verbandspolitik.
Im Tourismusbereich wird die vom Verband entwickelte Idee der Nordic
Walking Parks forciert. Hier werden unter Berücksichtigung ökologischer
Aspekte
einheitlich beschilderte und vermessene Rundstrecken die bestimmten
Qualitätskriterien genügen müssen, geschaffen. Diese Parks
können neben
Nordic Walking auch zum Joggen, Wandern und Walken und im Schwarzwald z.B.
im
Winter zum Skilanglauf oder Schneewandern ausgenutzt werden. Neu im Verband
ist auch
das Referat Qualitätssicherung, hier unterscheidet man sich deutlich
von
vielen anderen Organisationen. Der Verband arbeitet mit verschiedenen Partnern
aus der Industrie zusammen (Polar - Hersteller von Herzfrequenzmessern,
ODLO -
Sportbekleidung, und Exel - Entwickler und Hersteller von Nordic Walking
Stöcken).
Inzwischen gibt es auch Kooperationsvereinbarungen mit anderen
Sportverbänden (Deutscher Skiverband, Deutscher Turnerbund, verschiedene
Landesverbände derLeichtathletik und der AOK Baden-Württemberg).
Zur Unterstützung in
sportwissenschaftlicher Hinsicht hat der Verband einen wissenschaftlichen
Beirat gegründet, dem unter anderen Dr. Thomas Wessinghage angehört.
Aufgaben Vorraussetzungen Ausbildung
Master-Trainer - Ausbildung von Basic Instructoren
- Durchführung
von Kursen - Sportlehrer / gleichwertiger Abschluss - Erfahrung im Bereich
Ausdauersport (Laufen, Walking, Skilaufen, ...)
- NW Instructor Ausbildung
- nachgwiesene Erfahrung in der Gruppenbetreuung
- nachgewiesene Lehrerfahrung
- Theorie
- Praxis
- Theoretische Prüfung
- Lehrprobe
Instructor - Durchführung von Kursen- Ausbildung von Guid
- BAsic Instructor
- 1 Jahr Praxis
- 2 Fortbildungen ( Methodik+ NW Fortb. Technik)
Basic
Instructor - Durchführung von Kursen
- Übungsleiter / gleichwertige Ausbildung
- Teilnahme an Schnupperkurse
- 2 Tage
Guid - Durchführung von Kursen in Vereinen die
- Kooperations-verbänden angehören
- Walkingbetreuung oder
gleichwertiges- Teilnahme an Schnupperkurs
- 2 Tage
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Bernd
Neuhardt
Nordic Walking Schule Saarpfalz
Nachtigallenstrasse 4
66482 Zweibrücken
Anfragen stellen Sie bitte an unsere Infoline
Kundenservice: 06332-9256-0